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FriedensFahnen

Projektjahr: 2008

In und um Waidring lebten achtzehn moderne Ritter. Sie wohnten in Burgen, Reihenhäusern, auf Gutshöfen, in einem Panzerauto und einem Schiffswrack neben dem Badeteich.

KünstlerIn: Georg Bydlinski

Schule: Volksschule Waidring

Skulptur: FriedensFahnen

 

Auf dem Campingplatz lebte einer in einem dort abgestellten Schnellboot, ein anderer in einem notgelandeten Flugzeug und ein Dritter in einem verlassenen Raumschiff.

Die achtzehn Ritter stritten und kämpften schon seit vielen Jahren um die Vorherrschaft im Dorf. Jeder von ihnen wollte unbedingt den Hügel vor der Kirche besitzen, denn er war das Wertvollste in ganz Waidring. Ritter 1 dachte, in diesem Hügel gäbe es Diamanten, Smaragde und Rubine. Ritter 5 glaubte, dass in seinem Inneren ein Silberschatz vergraben sei. Ritter 8 meinte, eine Quelle mit Goldwasser sprudle darin. Ritter 15, der schon ziemlich alt war, war überzeugt, dass sich im Hügel ein Jungbrunnen befände. Ritter 18 vermutete einen riesigen Ölsee darin, er wollte daraus Treibstoff gewinnen und viel Geld verdienen.

Die achtzehn Ritter kämpften mit Lanzen, Bögen, Schwertern, Morgensternen, Sensen, Dreschflegeln und Bratpfannen gegeneinander. Sie saßen auf Pferden, Traktoren, Kampfschweinen, einer Riesenschildkröte und einem Säbelzahnhasen. Sie spuckten einander Kirschkerne ins Gesicht, bewarfen sich mit Torten und prügelten sich. Sie machten dabei einen Riesenlärm.

In dem Hügel aber, um den die Ritter kämpften, gab es keinen Silberschatz, keinen Ölsee, keine Goldquelle, keinen Jungbrunnen und auch keine Edelsteine. Der Hügel bestand nur aus Erde und Stein, mit einer Grotte in seiner Mitte. In dieser Grotte lebte der weise Zauberer Elwin. Er las gerade das Buch „Die Hexe aus dem ersten Stock". Da hörte er das Getrampel der Pferde und Schweine, das Knattern der Traktoren und das Kampfgeschrei der Ritter. Elwin spähte durch seinen Geheimausgang auf den Platz vor den Hügel. Er sah die Ritter kämpfen und hörte sie schreien. Elwin dachte: „Diese blöden Rotzlöffel streiten sich schon wieder! Langsam reicht´s mir!"

Gerade hatte er aus seinem Hexenbuch einen Friedenszauberspruch gelernt. „Den probiere ich gleich aus", dachte er.
„Abrakadabra
Bim - Bam - Bum
Seid nicht dumm
Hört auf zu streiten
Ihr sollt Frieden verbreiten"
Der Zauber wirkte! Sogleich warfen die feindlichen Ritter die Waffen weg, schüttelten einander die Hände und umarmten sich. Sie fühlten sich besser als je zuvor und wussten gar nicht mehr, warum sie gestritten hatten. Ritter 2 rief aus: „Lasst uns feiern!" Ritter 13 fuhr mit seinem Traktor zur Brauerei und holte ein Fass Bier.

Als Zeichen der Versöhnung stellten sie gemeinsam ihre Fahnen auf den Hügel bei der Kirche.
In der Grotte unter der Erde saß Elwin, der Zauberer, und las gemütlich seine Bücher. „Ende gut, alles gut", dachte er zufrieden.


(Volksschule Waidring, 4. Klasse, 14. 5. 2008)

 

FriedensFahnen (62k)

 

KünstlerIn: Georg Bydlinski

Schule: Volksschule Waidring

Skulptur: FriedensFahnen

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