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FlötenNester

Projektjahr: 2008

Es waren einmal drei Riesen. Sie hießen Bing, Bong und Bung. Bing hatte einen pinken Irokesenhaarschnitt. Bong hatte einen langen blauen Zopf. Bung hatte grellgelbe Rastalocken.

KünstlerIn: Georg Bydlinski

Schule: Volksschule Hochfilzen

Skulptur: FlötenNester

 

Sie lebten in einer Höhle auf dem Spielberg in der Nähe von Hochfilzen.
Wenn Bing, Bong und Bung Fangen spielten, bebte die Erde. Wenn sie mit Steinkugeln kegelten, ging ein Erdrutsch ab. Wenn sie Fußball spielten, fielen die Maibäume und Fahnenstangen um.

Doch am liebsten kamen die drei zur Warminger Kapelle und spielten dort auf ihren Riesenflöten. Sie meinten, sie spielten schön, aber den Menschen tat es in den Ohren weh. Denn Bing, Bong und Bung flöteten laut und grässlich. Jeden Sonntag machten sie einen Wettkampf, wer am lautesten und schrillsten spielen konnte. Die Menschen stopften sich Moos und Petersilie in die Ohren, denn sie konnten den Lärm nicht mehr ertragen. So ging es schon seit langer Zeit.

„Wir müssen etwas unternehmen!", sagte die Lehrerin eines Tages.
„Stimmt!", sagten die Kinder. „Aber was?"
Konrad dachte nach. „Die Riesen sind ja ziemlich dumm", sagte er. „Wir überlisten sie einfach!"
„Und wie machen wir das?", fragte Lena.

Einmal, als die drei Riesen ihre Flöten hinlegten und sich zum Mittagsschlaf begaben, stopften die Kinder mit ihrer Lehrerin Unmengen Moos, Baumblätter, Gras und Kräuter in alle Flötenlöcher. Am nächsten Sonntag wollten Bing, Bong und Bung wieder ihren Wettkampf veranstalten. Aber es kam kein Ton aus ihren Flöten heraus. Da wurden sie sehr wütend und stampften wie Elefanten umher, dass das ganze Pillerseetal erzitterte. Schon nach wenigen Minuten waren die Riesen jedoch vom Stampfen so müde, dass sie in ihre Höhle schlafen gingen.

„Was machen wir, wenn sie wieder erwachen?", fragte die Lehrerin bekümmert.
Konrad hatte eine Idee. „Wenn die Riesen zu ihren Flöten kommen, sagen wir zu ihnen: He, ihr Riesen - wenn ihr eure stummen Flöten an diesem Platz in den Boden steckt, werden sie ganz von alleine spielen und ihr werdet die berühmtesten Riesen der Welt sein!"
„Wie soll denn das funktionieren?", fragte Lena.
Konrad antwortete ihr: „Lass mich nur machen!"

Konrad befestigte Nistkästen und Nester am Ende der drei Riesenflöten und gab Vogelfutter hinein. Damit lockte er Amseln, Meisen, Nachtigallen und andere Singvögel an. Sie zogen in die Nester und Nistkästen ein.
Als Bing, Bong und Bung ihre Flöten aufstellten, die Mundstücke in den Boden steckten, begannen die Vögel plötzlich zu singen, zu zwitschern und zu pfeifen.

Den drei Riesen blieb vor lauter Staunen der Mund offen. Sie lauschten voller Freude den schönen Klängen. Dann tanzten sie einen Disco-Tanz rund um ihre Mega-Flöten. Bei jeder Runde riefen sie: „Wir sind die Riesen mit dem bunten Haar - jeder von uns ist ein Super-Star!"
Seitdem kommen viele Touristen nach Hochfilzen, um das Flötenwunderwerk zu bestaunen. Und die drei Riesen sind auf diese Weise wirklich weltberühmt geworden!


(Volksschule Hochfilzen, 4. Klasse, 19. 5. 2008)

FloetenNester (51k)

 

KünstlerIn: Georg Bydlinski

Schule: Volksschule Hochfilzen

Skulptur: FlötenNester

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